Geschichte des Handys


Heutzutage besitzt fast jeder Deutsche ein Handy. Längst sind die mobilen Telefone zu alltäglichen Gebrauchsgegenständen geworden, die kaum noch wegzudenken sind. Noch vor ca. zwei Jahrzehnten sah diese Situation allerdings ganz anders aus. Wie sich das Handy seitdem zu einem Massenphänomen entwickelt hat, soll im Folgenden näher beleuchtet werden.

Nachdem seit den späten 50er Jahren diverse Hersteller bereits erste Versuche der Vermarktung von Autotelefonen unternommen hatten, stellte das US-amerikanische Unternehmen Motorola 1983 das weltweit erste kommerziell vertriebene Mobiltelefon dar. Zwei Jahre später sollte in Deutschland das sogenannte C-Netz starten, welches eine wesentlich geringere Sendeleistung verlangte und dadurch erstmals zur Verkleinerung der Telefone führte.

Seinen Siegeszug startete das Mobiltelefon aber einige Jahre später im Rahmen der Einführung des nach wie vor aktiven D-Netzes. Die Nutzung der digitalen Technik ermöglichte es den Herstellern, auf die bisher notwendigen sehr hohen Akkuleistungen zu verzichten, was zu einer folgenreichen Umstellung der Bauweise von Mobiltelefonen führte, die nun wesentlich kleiner ausfallen sollten. Auch hier nahm Motorola erneut eine Vorreiterposition ein, in dem es 1993 das erste GSM-fähige Handy vermarktete. Dieses nutzte den neuen Netzstandard, dessen Kürzel für %u201EGlobal System for Mobile Communications%u201C steht, beispielsweise dahingehend aus, dass neben Telefonaten nun auch das Senden und Empfangen von Kurzmitteilungen, sogenannter SMS möglich war.

Die Entwicklung in den Folgenden Jahren stand ganz im Zeichen der Multifunktionalität. Handys sollten nicht mehr länger nur zum Telefonieren nutzbar sein, sondern vielfältige Anwendungsmöglichkeiten in sich vereinen. Ein Fokus wurde dabei auf multimediale Fähigkeiten gelegt: Zur Jahrtausendwende erschienen die ersten Mobiltelefone, die über sogenannte Kamerafunktionalität verfügten. Anfangs wurde diese dabei lediglich an das Handy angesteckt, kurze Zeit später erschienen jedoch erste Modelle mit integrierten Digitalkameras. Im gleichen Zuge starteten die Netzbetreiber sogenannte MMS-Dienste, die das Versenden von Multimediamitteilungen inklusive Bildern, Tönen etc. ermöglichten.

Diese Entwicklung ist bis heute ungebremst. Viele aktuelle Geräte verfügen nicht nur über hochauflösende Kameras, sondern auch über MP3-Player, Videofunktionen oder teilweise sogar diverse Office-Anwendungen. Insbesondere im Zuge der erst wenige Jahre zurückliegenden Einführung des UMTS-Standards, der gegenüber GSM insbesondere durch wesentlich höhere Datenübertragungsraten punktet, hat sich die Funktionsvielfalt noch einmal ausgeweitet: Mobiltelefone können mittlerweile auch problemlos zum Internetsurfen und Downloaden diverser Multimediainhalte genutzt werden. Dank eines stetigen Ausbaus des neuen Netzstandards und unregelmäßig erfolgender Upgrades wird die Verfügbarkeit, sowie die maximale Übertragungsrate zudem immer weiter erhöht.

Mobiltelefone sind also längst nicht mehr nur auf die Gesprächsführung ausgelegt. Vielmehr stellen sie mittlerweile Mehrzweckgeräte dar, die über diverse multimediale Eigenschaften verfügen. Man darf also gespannt sein, wie diese Entwicklung weitergeht und was die Zukunft für Handybesitzer mit sich bringt.