Das Handy - der beste Freund des Menschen


Es ist klein, handlich, beinahe universal einsetzbar und aus unserer heutigen Zeit überhaupt nicht mehr wegzudenken. Die Rede ist natürlich vom Handy, was sich von einer kleinen, anfangs unbedeutenden Idee zu einem unersetzbaren Multifunktionsgerät entwickelt hat.
Zunächst einmal sei gesagt, dass der Begriff Handy zwar klingt, als käme er aus dem Englischen, es handelt sich dabei aber um einen sogenannten Scheinanglizismus. Die Bezeichnung "Handy" ist in englischsprachigen Ländern größtenteils unbekannt und wird nicht gebraucht, die dortige Bezeichnung lautet "mobile phone", zu deutsch: Mobiltelefon.

Die Geschichte des Mobiltelefons beginnt bereits in den Zwanziger Jahren. Seit 1918 führte die damalige Deutsche Reichsbahn Versuche mit Funktelefonen durch. In der ersten Klasse auf der Strecke Hamburg-Berlin wurde den Passagieren erstmals ein Telefondienst angeboten. Dieser Dienst war jedoch noch sehr unausgereift und entpuppte sich nicht wirklich als große neue Technologie. Bis in die 90er Jahre wurden die großen Kisten, die damals "mobile" Telefone darstellten, immer weiter verkleinert und technisch verbessert. Das sogenannte D-Netz löste das bisher analoge Netzsystem ab und löste den Startschuss für das heutige Mobiltelefonzeitalter. Ein Anruf konnte nun ohne den Standpunkt der Zielperson zu wissen und ohne lange Wartezeit zustande kommen.

Das Handy der heutigen Zeit entwickelt sich immer mehr zum Multifunktionsgerät. Mit der Einführung des D-Netzes wurde die SMS (short message service, zu deutsch: Kurznachrichtendienst) populär, die es ermöglichte, schnell und günstig eine Sofortnachricht von einem an ein anderes Mobiltelefon zu senden. Mittlerweile ist ein Handy mit einer Kamera, einem Musikplayer sowie einigen anderen Extras ausgestattet. Selbst ganze Betriebssysteme finden sich auf Handys wieder; innerhalb von knapp 15 Jahren hat sich das Mobiltelefon, das schnelle Anrufe über Funk ermöglichte zu einem hochwertigen Universalwerkzeug des Alltags entwickelt.

Wie auch das drahtgebundene Telefon besteht das Mobiltelefon aus der Bedientastatur, dem Lautsprecher und einem Mikrofon. Die heutige Ausstattung bringt weitere Bedienelemente wie Lautstärkeregler und Eingänge für externen Datenspeicher mit sich. Des Weiteren ist ein Handy mit einer Sender- und Empfängerantenne sowie einer Stromversorgung, meist Akkus, ausgestattet. Soll ein Gespräch aufgebaut werden, muss der Anrufer die Nummer des Empfängers wählen. Mittels Funkwellen wird das Handy dann von einer Empfangsstation erkannt, durch die eingebaute SIM-Karte wird der Anrufer durch das Mobilnetz identifiziert. Anschließend sendet die Empfangsstation ein Signal zum Zieltelefon und baut so ein Gespräch auf.

Handys bringen allerdings nicht nur Vorteile mit sich. Das Mobiltelefon ist im Alltag zwar ein hilfreicher Weggefährte und mittlerweile nicht mehr wegzudenken, doch verbirgt es auch viele Gefahren und Unruhefaktoren. Zum einen stellt das Handy eine enorme Ruhestörung, beispielsweise in Kirchen, Kinos und anderen öffentlichen Einrichtungen dar, da es immer Menschen gibt, die auch in solchen Situationen ihre Erreichbarkeit nicht einschränken möchten. Am Steuer ist das Handy mittlerweile verboten, sofern es nicht (wie die schon erwähnten Autotelefone) ins Auto integriert ist, da eine derartige Ablenkung hunderte von vermeidbaren Unfällen hervorgerufen hatte. Die elektromagnetische Strahlung schadet des Weiteren nicht nur der Umwelt und teilweise dem Menschen selbst, sondern beispielsweise auch die Radartechnik eines Passagierflugzeugs, sodass ein einziges angeschaltetes Mobiltelefon einen Flugzeugabsturz verursachen könnte.

Doch natürlich ist das Handy auch ein wichtiges und praktisches Gerät. Es ermöglicht eine ständige Erreichbarkeit und Mobilität jedes einzelnen und trägt zur Freiheit des Individuums bei. Auch als Lebensretter kann das Handy dienen: ein schnurgebundenes Telefon an der hauseigenen Telefonanlage hilft an einem Unfallort herzlich wenig.

Das Handy ist also alles in allem ein praktisches Hilfsmittel im Alltag. Ein Nichtvorhandensein ist in unserer hektischen Zeit undenkbar, da es die Erreichbarkeit und Handlungsfreiheit nach heutigem Verständnis unerträglich einschränkt. Das Handy wird sich im Laufe der Zukunft immer weiter etablieren und einen immer wichtigeren Faktor in unserer Gesellschaft darstellen. Wer weiß, was noch alles möglich ist im Zeitalter der Mobiltelefone... - bald kann man womöglich sogar ausgewachsene PC Spiele auf dem Handy spielen. Auf jedenfall werden die Mobiltarife der Mobilfunkanbieter wohl immer günstiger werden - wir schreien gerade zu danach mit immer billigeren Flatrates umworben zu werden. Der typische Mobilfunkkunde springt jedem preiswerten Angebot hinter her nur um immer und ständig erreichbar zu sein oder im Internet zu surfen.